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Das Grüne Band zwischen Bad Steben und Probstzella im Frankenwald und Thüringer Wald

ein Reisebericht von Michael Mahlke

Abbildung: wunderbare deutsche Landschaft - Foto: Michael Mahlke

Hier ist fast alles noch deutsch. Die Regionen Frankenwald und Thüringer Wald grenzen aneinander. Wo früher die Mauer war, ist heute das Grüne Band. Es ist eine Ironie der Deutschen Geschichte: weil es die Mauer gab kann man seit dem Wegfall unverfälschtes, restauriertes und schönes Deutschland erleben.

Die Mauer führte dazu, dass sich die Regionen nicht vermischen konnten. Daher kann der Urlauber heute - wie fast nirgendwo sonst - sich regional mit leckerer deutscher Küche und deutscher Kultur verwöhnen lassen. Wer vom Frankenwald kommt, der kann fränkische Küche erleben und wer im Thüringer Wald ist, der kann die Thüringer Küche in jeder Form geniessen. Und dies alles höchstens 15 Minuten mit dem Auto voneinander entfernt.

So viel deutsche Esskultur, so viel regionales Leben, so viel lebendige Geschichte und so viel schöne Natur gibt es selten in Deutschland. Diese Region eignet sich besonders für kürzere Reisen (3 bis 7 Tage) mit dem Auto und bei gemischtem Wetter. Denn hier kann man bei Regen ebenso viel sehen, erleben und besichtigen wie bei Sonnenschein. Es wird eigentlich nie langweilig. Daneben kommen bei besserem Wetter auch die Wanderer auf ihre Kosten, weil diese Region den Rennsteig als einen der ältesten Wanderwege Deutschlands und viele andere Wanderwege zu bieten hat.



Abbildung: je nach Saison, hier Steinpilze mit Schweinefilet - Foto: Michael Mahlke

Abbildung: Wohlfühlwelt in der Therme von Bad Steben - Foto: Michael Mahlke

Ein besonderes Erlebnis ist sicherlich die Therme von Bad Steben. Die Therme in Bad Steben ist neben dem Spielcasino der tatsächliche Mittelpunkt des bayrischen Staatbades. Entsprechend viele Angebote gibt es dort. Vor allem auch bei nassem und/oder schlechtem Wetter bietet die Therme alle Möglichkeiten der Entspannung und sogar der Kur mit Radon, speziellen Heilwassern und viel Wellness.

Fotos: Staatsbad Bad Steben GmbH

Vor oder nach dem Essen knapp zwei Kilometer auf gerader Strecke wandern. Und dabei noch Geschichte entdecken. Das bietet sich am Wanderparkplatz bei Untereichenstein an. Dort ist der Wasserwanderweg an der Saale.

Mit der Naturführerin Dipl. Ing. Alexandra Triebel wanderten wir von dort an der Saale entlang. Wir entdeckten den Beginn des Rennsteigs, wir erfuhren viele neue Dinge über das Grüne Band als Chance für Wandern und Natur. Und wir hatten Ausblicke auf die Landschaft entlang der Saale am Grünen Band, sprich der ehemaligen innerdeutschen Grenze.

Abbildung: Mödlareuth - Foto: Michael Mahlke

Wer Deutsche Zeitgeschichte erleben will im Urlaub, der sollte sich 1,5 Stunden Mödlareuth gönnen. Das gibt es sonst nirgendwo. Über die Grenze gehen, Mauern und Stacheldraht, Wachtürme und Panzer live erleben. Das alles und noch viel mehr gibt es nur in Mödlareuth. Die idyllische Landschaft tut ihr übriges.

Die Amerikaner nannten Mödlareuth "Little Berlin". Das Dorf wurde ebenso wie sein großer Bruder zum Symbol der deutschen Teilung. Hier gab es eine Mauer, aber keinen Checkpoint. Hier war Sperrgebiet auf der einen und Besucherandrang auf der anderen Seite. Hier war es sogar verboten, von Ost nach West zu winken. Das Deutsch-Deutsche Museum erinnert seit 1990 an diesen Abschnitt der deutschen Geschichte.

Der Wetzstein ist 792 Meter hoch und damit der höchste Berg in Ostthüringen. Auf ihm steht der rund 35 m hohe Altvaterturm. Die Erhebung liegt am Übergang des Thüringer Schiefergebirges zum Frankenwald, etwa drei Kilometer südlich der Stadt Lehesten. Südlich des Wetzsteins verläuft der historische Grenzweg Rennsteig.

Vom Altvaterturm kann man bei klarer Sicht bis nach Leipzig blicken. Der Wetzstein mit dem Altvaterturm bietet sich für Ausflüge mit dem Auto und/oder ab Parkplatz an der Straße zu Fuß an. Im Altvaterturm gibt es eine Gaststätte, die meistens geöffnet ist (außer im November) und eine wunderbare Atmosphäre hat. In der Gaststätte ist sehr viel Holz verarbeitet worden. Sie strahlt eine wunderbare Gemütlichkeit aus und ist für Ausflüge bestens geeignet.

Abbildung: Technisches Denkmal Schieferbergbau Lehesten - Foto: Michael Mahlke

In Lehesten gibt es aber nicht nur den Wetzstein mit dem Altvaterturm. Nur ein paar Autominuten entfernt ist ein sehr interessantes technisches Denkmal, das Schieferbergwerk von Lehesten. Einstmals sehr bekannt ist es jetzt ein lebendiges Museum, in dem man sehen kann, wie man früher Schiertafeln für die Schule und Dachschiefer gemacht hat. Dieses "Blaue Gold" ist bis heute fast unübertroffen für den Hausbau.



Das Gelände ist weitläufig. Man kann mit wenigen Schritten die Führung mitmachen oder mit vielen Schritten das Gelände und seine Möglichkeiten entdecken. Dadurch daß vor einigen Jahren die Wasserpumpen abgestellt wurden, kann man hier beobachten, wie das Wasser langsam einen Teil überschwemmt und einige Gebäude langsam unter Wasser verschwinden.

Abbildung: Haus des Volkes - Bauhaushotel in Probstzella - Foto: Michael Mahlke

Das Bauhaus war eine Kunstrichtung, die sich gedanklich und tatsächlich nach dem 1. Weltkrieg in Weimar entwickelte. "Ein Leitbild des Bauhauses war die Architektur als Gesamtkunstwerk mit den anderen Künsten zu verbinden. Deshalb verkündete das Bauhaus im Gründungsmanifest von 1919 auch: „Das Endziel aller bildnerischen Tätigkeit ist der Bau“. Im Laufe der Entwicklung resultiert jedoch besonders das heutige Industrie- und Grafikdesign aus diesen Ideen. In der Architektur hat sich das modulare Bauen nicht nur bei Industrieanlagen, sondern auch bei der Schaffung günstigen Wohnraums zum Beispiel in Satellitenstädten von Megametropolen durchgesetzt." (Quelle wikipedia)

Das Haus des Volkes in Probstzella ist wohl der weltbekannteste Versuch, diese Architektur für die Menschen zum Leben zu erwecken. Weil Probstzella Zonenrandgebiet war, geriet der Charakter des Hauses in der DDR in Vergessenheit. Nach dem Mauerfall verfiel es langsam. Erst durch das persönliche Engagement von Menschen wie Herrn Nagel gelang es auf privater Basis dieses Haus zu renovieren und zum großen Teil in seinen ursprünglichen Bauzustand zu versetzen. Selbst die Möbel wurden original nachgebaut und die Wände wurden farblich angepaßt. So entstand und entsteht ein Gesamtkunstwerk, in dem man mit Bauhaus-Möbeln Essen, Trinken, Übernachten, Feiern und Kultur erleben kann - einzigartig!

Abbildung: Dieter Nagel, Visionär und Leiter - Foto: Michael Mahlke

Fotos: Michael Mahlke

Eine Stärke dieser Region sind sehr unterschiedliche Ausflugsziele. Deshalb lohnt sich diese Region eben auch besonders für Urlaub bei gemischtem Wetter und gemischten Temperaturen. Hier gibt es eigentlich immer interessante Möglichkeiten.

Abbildung: Europäisches Flakonmuseum im "Tettauer Winkel" - Foto: Michael Mahlke

Ein Besuch des europäischen Flakonmuseums bei der Firma Heinz Glas ist so ein Ausflug. Man sieht, wie interessant und schwierig es sein kann, Flakons herzustellen. Einige Mitarbeiter zeigen dies manchmal sogar live. Das Museum ist sehr geschmackvoll gestaltet. Aber auch das leibliche Wohl wird nicht vergessen. Im Glascafe nebenan kann man Fleisch vom Schottischen Hochlandrind essen, das der Firmenchef hier in der Region angesiedelt hat und seit 30 Jahren züchtet.

Oder man fährt nach Lauenstein. Dort kann man gut essen und eine Bayrische Burg besichtigen. Aber dort gibt eben auch zwei Confiserien. Eine davon ist die Confiserie Burg Lauenstein. Man kann dort zugucken, wie Pralinen gemacht werden. Und man kann in den oberen Räumen sich mit Pralinen, Kaffee und Kuchen verwöhnen lassen oder auch einfach nur Shoppen gehen.

Abbildung: Eine Spezialität: gezuckerte Ingwerstäbchen - Foto: Michael Mahlke

Die Region ist am besten für Autofahrer geeignet. Aber auch Wanderer kommen auf ihre Kosten, weil durch die Region der Rennsteig führt. Beide Tourismus-Regionen arbeiten sinnvollerweise eng zusammen. Es macht durchaus Sinn, sich von beiden Regionen Infomaterial zuschicken zu lassen. Wer das erste Mal dort ist, sollte die Highlights der hier beschriebenen Reise nutzen. Damit kann man wunderbar eine Woche verbringen und die Schönheit dieser Region mit allen Sinnen geniessen. Die Reise fand mit Unterstützung der Förderregionen statt im Rahmen der Aufklärung zur deutschen Wiedervereinigung.


Frankenwald Tourismus
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